designblok 2020 | prag.cz

Aktualisiert: Nov 13

[vášen | passion | leidenschaft]


alles anders, aber gut


2020 ist bekanntlich ja alles neu und alles anders. Vieles ist gar nicht - gecancelt oder verschoben - manches dafür aber auch neu und überraschend. Umso schöner, dass die 22. Auflage des DESIGNBLOK in der tschechischen Hauptstadt Prag vom 7. bis 11. Oktober stattfinden konnte. Sogar in echt vor Ort, live und in Farbe, nicht nur als reines Online-Event. Passend zu Thema Leidenschaft dieser Ausgabe des Designfestivals.


Leidenschaft braucht es dieser Tage in jedem Fall - lieber mehr als weniger. So öffneten die Aussteller allen widrigen Umständen zum Trotz - und selbstverständlich unter peniblen hygienischen Vorkehrungen - ihre Pforten für die neugierigen Besucher. Ein gutes Zeichen, wie ich finde. Und ein Statement für die junge tschechische Designszene und deren Liebhaber aus aller Welt. Gerade jetzt wird uns schließlich mehr und mehr bewusst, wie essentiell gutes Design für unseren Alltag ist - gutes Design im Sinne von nachhaltigem, durchdachtem Design, das die Menschen glücklicher macht und unsere Umwelt bereichert, vielleicht sogar ein klein wenig verbessert.


Auf die spannenden Diskussionsrunden, Workshops und das sonst so üppige Rahmenprogramm mussten die Besucher in diesem Jahr zwar verzichten, dafür gab es in den Ausstellungen und Installationen umso mehr zu bestaunen und entdecken. Diese waren nicht wie sonst im Messepalast untergebracht, sondern in dem ehemaligen Kloster Gabriel Loci sowie im Musaion. Ergänzt wurde das Programm durch Sonderausstellungen in Galerien und Geschäften in der ganzen Stadt. Dazu gab es das Angebot online an 3D-Touren teilzunehmen - eine schöne Sache für all diejenigen Besucher aus dem Ausland, die aufgrund der Reisebeschränkungen heuer nicht vor Ort sein konnten.

Im Rahmen des SUPERSTUDIO stellten Firmen ihre neuesten Produkte und Ideen vor - da waren definitiv einige äußerst interessante Konzepte dabei:


Der junge tschechische Möbelhersteller MODESK zeigte im Rahmen seiner minimalistischen Installation die neuesten Büro-Konzepte (Stichwort Homeoffice?!) aus nachhaltiger Produktion. Katerina Zaydlarová, CEO von MODESK, zeigte sich begeistert, in diesem Jahr neben vielen renommierten Marken auf dem DESIGNBLOK dabeigewesen zu sein: "Seit Beginn der Entwicklung von MODESK legen wir großen Wert auf Design, Zeitlosigkeit und Verarbeitungsqualität. Deshalb schätzen wir sehr, dass MODESK als Neuling auf dem Markt der Konkurrenz führender Designer standgehalten hat."

Sehr spannend - auch im Kontext unserer Zeit - fand ich auch das im Rahmen des OPENSTUDIO präsentierte Kunst- und Sozialprojekt TAK TO BYLO [so war das] von Lenka Záhorková, das in Zusammenarbeit mit Senioren entstanden ist. Die Keramiken illustrieren deren Lebensgeschichten, persönlichen Aussagen und Erinnerungen.

Auch im Outdoor-Bereich des Gabriel Loci Klosters gab es einiges zu entdecken. So zum Beispiel die ORIGAMI WALL. Die gefalteten Betonelemente bieten eine optisch ansprechende Lösung zur Sicherung eines Abhangs und sind gleichzeitig Zierwand und vertikaler Garten. Ein tolles Beispiel, wie Funktionalität und Kultur der Kultivierung zu einem visuellen Erlebnis verschmelzen.


Man darf auf jeden Fall auch für die kommende Ausgabe des DESIGNBLOK 2021 wieder gespannt sein auf eine Vielzahl an innovativen Kreationen aus den Bereichen Design, Kunst und Mode. Hoffentlich dann wieder im gewohnten Rahmen - aber nicht minder leidenschaftlich, versteht sich ...


Bildmaterial: DESIGNBLOK

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